Die 5 wichtigsten Trends im Bereich digitale Abonnements, auf die sich Verlage im Jahr 2022 vorbereiten müssen

2021 war ein entscheidendes Jahr für die Subscription Economy. Unternehmen, die vorausschauend auf kommende Trends gesetzt haben, konnten beachtliche Erfolge verzeichnen, während andere zurückblieben. Um im neuen Jahr Wachstum zu sichern, ist es für Verlage unerlässlich, Veränderungen in der Subscription Economy frühzeitig zu antizipieren.
2020 beschleunigte sich der Markt für Abonnements, da die Nachfrage während der COVID-19-Pandemie sprunghaft anstieg. Trotz der Wiedereröffnung vieler Regionen im Jahr 2021 hat diese Einstellung gegenüber Abonnements nicht nachgelassen. Zum Jahresende wird der Wert der Subscription Economy auf 228 Milliarden US-Dollar geschätzt.
Was zeigt das? Die Fortsetzung des Abonnementmodells als prägendes Geschäftsmodell im Verlagswesen.
Im Folgenden beleuchten wir fünf Trends, auf die sich digitale Verlage im Jahr 2022 vorbereiten müssen. Jeder Trend hat spezifische Auswirkungen auf die Subscription Economy. Erfolgreiche digitale Verlage reagieren frühzeitig auf diese Entwicklungen, um deren Einfluss auf ihre Ertragslage und Umsatzziele rechtzeitig zu berücksichtigen.

Das endgültige Aus für Cookies

Ein prägender Trend im Bereich digitaler Abonnements, der 2022 seinen Höhepunkt erreicht, ist das Ende von Third-Party-Daten (also Cookies). Google, Apple und Mozilla werden 2022 voraussichtlich die automatische Nachverfolgung von Nutzerpräferenzen durch Cookies abschaffen. Angesichts des wachsenden Unmuts über den Datenschutz im Internet reagieren die großen Tech-Konzerne mit drastischen Maßnahmen, die zu einem deutlichen Rückgang der für digitale Verlage verfügbaren Third-Party-Daten führen werden.
Daher müssen Verlage 2022 und darüber hinaus zwingend Strategien umsetzen, die nicht nur First-Party-Daten von bestehenden und unbekannten Lesern erfassen, sondern auch First-Party-Daten gezielt nutzen, um verlässliche Conversion-Strategien aufrechtzuerhalten. Ohne die Rückgriffsmöglichkeit auf Third-Party-Daten liegt der Erfolg bei den Verlagen, die First-Party-Daten effektiv erfassen und diese für ihre Ansprache, Paywalls und Trigger individuell für jeden Leser einsetzen.
Ebenso wichtig ist es für Verlage, die Ursachen dieses Wandels zu erkennen. Das Ende der Cookies ist eine Folge des zunehmenden Wunsches nach mehr Datenschutz im Internet seitens der Verbraucher. Abonnementstrategien müssen diesem Wunsch höchste Priorität einräumen und entsprechende Maßnahmen für das Identitäts- und Sicherheitsrisikomanagement vorsehen.

Das Ende der In-App-Werbung

Das Ende der Cookies führt auch zu einem weiteren Trend: dem Rückgang von In-App-Werbung. Ohne die Möglichkeit, Nutzerverhalten und Präferenzen über das Internet hinweg zu verfolgen, lohnt es sich für Werbetreibende nicht mehr, Werbeflächen zu buchen, die möglicherweise nicht die gewünschte Zielgruppe erreichen. Dies stellt eine Bedrohung für die Ertragslage aller Verlage dar.
Im Kern führt die Abkehr von traditioneller digitaler Werbung zu einer stärkeren Abhängigkeit von abonnementbasierten Geschäftsmodellen. Allein in Großbritannien ist die Subscription-Branche 25 Milliarden Pfund wert – und dieser Wert wird weiter steigen, da Unternehmen ihr Geschäftsmodell anpassen und die Zuverlässigkeit, Gemeinschaft und Loyalität, die durch Abonnementpreise gefördert werden, zunehmend schätzen. Ein herausragendes Abonnement-Erlebnis ist der Schlüssel, um in diesem neuen Umfeld Umsätze zu steigern.

Der 5G-Boom

5G wird bereits in Deutschland eingeführt, doch bislang können nur wenige Endgeräte diese Technologie nutzen. Im kommenden Jahr wird es zu einem deutlichen Anstieg der 5G-Nutzung kommen, da immer mehr Menschen kompatible Geräte erwerben. Da künftig jeder Kunde einen leistungsstarken Computer in der Hosentasche trägt, stellt sich die Frage: Welche Auswirkungen werden wir beobachten?
Vor allem ist dies ein starker Impuls für Verlage, die auf Digital-First setzen. Schnelle Verarbeitung und bessere Zuverlässigkeit bieten einen überzeugenden Anreiz für digitale Verlage, Online-Inhalte bereitzustellen – Inhalte, die für Nutzer deutlich komfortabler sind als klassische Printmedien. Die Diskussion über den Wandel von alten zu neuen Medien ist seit über einem Jahrzehnt präsent, doch 2022 wird diese Unterscheidung endgültig verschwimmen, da „neue“ Medien zum neuen Standard werden.   

Einfachheit setzt sich durch

Da die digitalen Trends 2022 zu einer zunehmenden Marktsättigung im Abonnementbereich führen – wie können digitale Verlage sicherstellen, dass ihr Angebot heraussticht?
Der moderne Leser erwartet eine nahtlose Performance. Da Verlage starke digitale Angebote entwickeln, werden Verbraucher keine umständlichen Paywalls mehr akzeptieren, die das Nutzererlebnis beeinträchtigen – nicht, wenn es bessere Alternativen gibt. Hier müssen Verlage ihre Leser und deren Abonnementreise in den Mittelpunkt stellen. Diese Reise muss durch kontinuierliche Optimierung möglichst einfach gestaltet werden, was sich mit einer erstklassigen Plattform für das Management von Abonnement-Erlebnissen erreichen lässt.
Auch die Beliebtheit sozialer Medien stellt hier eine Herausforderung und zugleich eine Chance dar. Leser erwarten hochwertige digitale Publikationen. Empfehlungen oder negative Erfahrungen verbreiten sich heute schnell im persönlichen Netzwerk, daher müssen Verlage sicherstellen, dass sie positive und personalisierte Erlebnisse bieten, um sowohl individuelle Kunden zu gewinnen als auch langfristiges Wachstum durch Weiterempfehlungen zu erzielen.

Regulierung am Horizont

Einfachheit ist nicht nur im Interesse der Leser, sondern auch für Verlage unerlässlich. Transparente und einfache Zahlungsprozesse, Klarheit über den Leistungsumfang sowie eine unkomplizierte Verwaltung von Abonnementpaketen sind für Leser wünschenswert – und werden künftig auch von Gesetzgebern gefordert werden.
Im Juli 2021 hat das britische Ministerium für Wirtschaft, Energie und Industriestrategie eine Untersuchung zu Abonnementmodellen eingeleitet. Dabei wurde festgestellt, dass Kunden nicht immer ausreichend informiert werden, Schwierigkeiten bei der Änderung oder Kündigung von Abonnements haben und oft kein angemessenes Preis-Leistungs-Verhältnis erhalten. Die staatliche Anerkennung dieser Probleme ist der erste Schritt hin zu einer gesetzlichen Regelung.
Die Subscription Economy ist im digitalen Umfeld noch relativ neu; daher sollte dieser regulatorische Schritt nicht überraschen. Dennoch erfordert er von Verlagen, ihre Werbe- und Abonnementprozesse zu überprüfen und sicherzustellen, dass ihre Praktiken transparent und fair sind.
Dies wird durch ein leistungsfähiges Set an Tools für das Abonnementmanagement erleichtert, mit denen Verlage konforme, benutzerfreundliche Zahlungssysteme implementieren und Kunden ihre Abonnementpakete selbstständig anpassen können.

Wie Verlage 2022 und darüber hinaus erfolgreich sein können

2022 verspricht ein spannendes Jahr für Abonnements zu werden. Mit dem wachsenden Markt müssen sich Verlage und ihre Inhalte nicht nur auf ein größeres Spielfeld einstellen, sondern auch auf neue Herausforderungen. Die Möglichkeit weiterer Regulierungen und die Unsicherheit über den Fortbestand etablierter Systeme werden zweifellos erhebliche Veränderungen in der Branche mit sich bringen.
Klar ist: Auch wenn die digitalen Trends 2022 ein günstiges Umfeld für das Abonnementmodell schaffen, ist die Art und Weise der Umsetzung mindestens ebenso entscheidend wie die Entscheidung für das Modell selbst.
Die Experten von Zephr bereiten sich bereits auf das kommende Abonnementjahr vor, kontaktieren Sie uns, um zu erfahren, wie Ihr Unternehmen Datenschutz, First-Party-Daten und Nutzererlebnis optimal managen kann.