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SaaS-Preisgestaltung Iteration: Verwaltung von Alt-Tarifen, Bestandsschutz und Migrationen
Eine Änderung der SaaS-Preise führt häufig zu Problemen mit Altverträgen und dem Reporting. Anstatt Produkte zu „klonen“ (wie z. B. Gold_Plan_v2 zu erstellen), sollten Betriebsteams Wirksamkeitsdaten nutzen, um eine Art „Zeitmaschine“ für ihren Katalog zu schaffen. Statt Produkte zu klonen (z. B. Gold_Plan_v2), empfiehlt es sich, auf wirksamkeitsbasierte Subscription Charge Segmente und, sofern verfügbar, Dynamic Pricing zu setzen. So kann ein einzelnes Produkt und Tarifmodell unterschiedliche Preise über die Zeit abbilden und die Historie im Abonnement erhalten – das ermöglicht reibungslosen Bestandsschutz und automatisierte Preisanpassungen ohne Datenfragmentierung.
Wichtige Erkenntnisse:
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Keine SKU-Klonung mehr: Das Duplizieren von Produkten bei jeder Preisänderung zerstört historische Analysen und fragmentiert die Datenbasis.
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Wirksamkeitsdaten nutzen: Vergeben Sie „Start“- und „End“-Daten für Preisbestandteile, um Preise dynamisch zu versionieren.
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Bestandsschutz durch Verfügbarkeit: Halten Sie Alttarife für Verlängerungen aktiv, blenden Sie diese aber in neuen Vertriebskanälen aus, um „Zombie-SKUs“ zu vermeiden.
Die Lösung: Wirksamkeitsdaten (Die Zeitmaschine)
Der grundlegende Fehler der meisten Abrechnungssysteme besteht darin, dass sie Preise als statisch betrachten. In Wirklichkeit sind Preise jedoch zeitlich begrenzt. Ein Preis gilt nur für einen bestimmten Zeitraum.
Ein zukunftssicherer Produktkatalog nutzt das Management von Wirksamkeitsdaten, um diese zeitliche Dimension zu steuern. In Zuora definiert der Katalog die Standarddaten und Preise, während Subscription Rate Plan Charge Segmente und Dynamic Pricing Tabellen den tatsächlichen Verlauf von Preisänderungen über die Zeit abbilden.
Der „Zeitmaschinen“-Workflow: Ein Migrationsbeispiel
Angenommen, Sie müssen den Preis Ihres „Pro Monthly“-Tarifs für alle neuen Kunden ab dem 1. Januar von $50 auf $60 erhöhen.
Der falsche Weg (Klonen):
- Erstellen Sie Pro_Monthly_v2 mit $60.
- Blenden Sie Pro_Monthly_v1 im Verkaufstool aus.
- Ergebnis: Die Berichte sind fehlerhaft; das System geht davon aus, dass es sich um ein komplett neues Produkt handelt.
Der richtige Weg (Versionierung):
- Zugriff auf das Produkt-Rate-Plan: Navigieren Sie im Katalog zum bestehenden „Pro Monthly“-Tarifplan.
- Alten Preis beenden: Wählen Sie die bestehende $50-Gebühr aus. Setzen Sie das Wirksamkeitsendedatum auf 31. Dezember 2024. Damit signalisieren Sie dem System: „Nach diesem Datum existiert dieser Preis für neue Verkäufe nicht mehr.“
- Neuen Preis einführen: Am oder vor dem 1. Januar 2025 aktualisieren Sie den Listenpreis des Produkt-Rate-Plan-Charge auf $60. Neue Abonnements, die nach dieser Änderung erstellt werden, übernehmen den $60-Listenpreis. Bestehende Abonnements behalten ihren bisherigen Preis durch die Subscription Charge Segmente bei; ein Klonen ist nicht erforderlich. Falls Sie möchten, dass Verlängerungen automatisch den aktuellen Preis übernehmen, setzen Sie die Preisänderungsoption der Gebühr auf „Aktuelle Produktkatalogpreise verwenden“ (optional unterstützt durch Dynamic Pricing).
Das Ergebnis:
- Vertriebsmitarbeiter: Am 1. Januar geben Vertriebsmitarbeiter ihre Angebote über Zuora CPQ (oder Ihr CPQ) ab, das nur den aktuellen Preis ($60) anzeigt, da der $50-Preis abgelaufen ist.
- Bestehende Kunden: Ihre Abonnements sind auf die jeweilige Version der gekauften Gebühr festgelegt. Sie zahlen weiterhin $50, bis Sie sie explizit migrieren.
Datenanalyse: Ihr Dashboard zeigt ein wachsendes „Pro Monthly“-Umsatzvolumen mit einer sauberen, historischen Trendlinie.
Die „Bestandsschutz“-Strategie: Innovation ohne Reibungsverluste
Bestandskunden auf ihren ursprünglichen Tarif zu belassen, während neue Kunden zu aktuellen Marktkonditionen wechseln („Bestandsschutz“), ist die häufigste Bindungsstrategie im SaaS-Bereich. Operativ führt dies jedoch oft zu „Zombie-SKUs“, die dauerhaft im System verbleiben und den Angebotsprozess verkomplizieren.
Best Practice: Verfügbarkeit steuern, nicht nur den Preis
Für erfolgreichen Bestandsschutz müssen Sie die Produktdefinition vom Verkaufszeitfenster trennen.
Erstklassige Kataloge ermöglichen die Steuerung des Lebenszyklusstatus eines Tarifplans:
- „Aktiv für Neukunden“: Der Tarif ist im CPQ und auf der Website sichtbar.
- „Inaktiv für Neukunden/Aktiv für Verlängerungen“: Der Tarif ist im CPQ ausgeblendet, aber weiterhin für Abrechnung und Verlängerungen nutzbar.
„Zombie“-Bereinigung:
Wenn Sie Ihre Preise versionieren, schalten Sie die Altversion sofort auf „Inaktiv für Neukunden“. Dadurch kann kein Vertriebsmitarbeiter versehentlich den alten Preis anbieten, die Abrechnungsmaschine kann jedoch weiterhin Tausende von Verlängerungen zum alten Preispunkt verarbeiten.
Fortgeschrittener Schritt: Automatisierte Preiserhöhungen
Unternehmen, die Bestandskunden behutsam auf Marktkonditionen migrieren möchten, setzen häufig auf automatisierte Preisänderungen. Anstatt Kunden manuell zu migrieren, konfigurieren Sie den Katalog so, dass eine Logikregel bei der Verlängerung greift:
- Regel: „Bei der Verlängerung wählen: Keine Änderung, Erhöhung um einen festen Prozentsatz oder Nutzung des aktuellen Produktkatalogpreises. Für CPI-basierte Anpassungen richten Sie einen Workflow oder eine Integration ein, um CPI-Indizes in Zuora (beispielsweise als Attribute) einzuspielen, und nutzen optional Dynamic Pricing, um diese CPI-basierten Anpassungen bei der Verlängerung automatisch anzuwenden.“
- Regel: „Aktuellen Produktkatalogpreis verwenden.“ (Dadurch wird das Abonnement bei der Verlängerung auf den aktuellen Listenpreis umgestellt).
Mit dieser Funktion können Sie eine Migrationsstrategie umsetzen, ohne einzelne Kundendatensätze manuell zu bearbeiten. Für noch mehr Präzision nutzen Sie Dynamic Pricing, um den Listenpreis zur Laufzeit anhand von Attributen (Kundensegment, Region, Kanal) und Wirksamkeitsdaten zu berechnen. So können Sie kontextspezifische Preisanpassungen während der Verlängerung automatisch und ohne manuelle Eingriffe durchführen.
DevOps für Preisgestaltung: Der Deployment Manager
In Unternehmen ist eine Preisänderung ein Deployment. Sie beeinflusst Umsatzrealisierung, Steuerberechnung und Vertriebsvergütung. „Hot Fixes“ an Preisen direkt in der Produktivumgebung verstoßen gegen Governance-Best-Practices (und stellen häufig eine SOX-Compliance-Verletzung dar).
Führende Organisationen nutzen einen Deployment Manager und behandeln die Preisgestaltung mit derselben Sorgfalt wie Software-Code.
Der Governance-Workflow:
- Sandbox-Umgebung: Product Ops erstellt die neue „2025 Pricing Strategy“ in einer sicheren Sandbox. Es werden Randfälle getestet: Was passiert, wenn ein Nutzer mitten im Monat ein Upgrade durchführt? Wird die Steuerberechnung in Deutschland korrekt durchgeführt?
- Vergleich & Diff: Das Deployment Manager Tool vergleicht den Sandbox-Katalog mit dem Produktionskatalog und hebt genau hervor, was sich geändert hat (z. B. „Charge A um $10 erhöht“).
- Audit-Log: Die Finanzabteilung prüft das „Diff“ und genehmigt die Änderung.
- Promotion: Die genehmigten Änderungen werden in die Produktion übernommen.
Dieser Prozess bietet eine kontrollierte Rücksetzfunktion. Sollte ein Katalog-Deployment den Checkout-Prozess beeinträchtigen, können Sie das Deployment gezielt zurücksetzen und die vorherige Konfiguration in einer kontrollierten, auditierbaren Weise wiederherstellen – etwas, das mit Tabellenkalkulationen und festverdrahteten Apps nicht möglich ist.
Secureframe hat einen codelosen Produktkatalog eingeführt, um schnelle Paketierungsänderungen zu ermöglichen. Dadurch wurden „engere Leitplanken“ für Vertriebsangebote geschaffen, sodass bei jeder Preisiteration jedes Angebot an Interessenten stets die aktuellste und konforme Produktdefinition widerspiegelte.
Technischer Einblick:
Der Zuora Deployment Manager bietet einen kontrollierten, auditierbaren Prozess für die Übernahme von Katalogänderungen (Vergleich, Ausrollen, Rücksetzen).
Strategische Agilität mit Zuora
Ihre Fähigkeit, Preise flexibel anzupassen, ist ein direkter Wettbewerbsvorteil. Wenn Sie ein neues Paketierungsmodell innerhalb weniger Wochen testen können, während Ihr Wettbewerber dafür Monate benötigt, sind Sie klar im Vorteil.
Der Produktkatalog von Zuora ist darauf ausgelegt, technischen Ballast aus der Preisstrategie zu entfernen.
- Interne Fallstudie (Z‑on‑Z): Zuora hat seinen eigenen Produktkatalog neu strukturiert, um „automatisierte Vertragsänderungen“ zu ermöglichen. Das Team kann dadurch Sondervereinbarungen und komplexe hybride Bündelungen deutlich schneller abwickeln.
- Secureframe: Durch die Einführung eines codelosen Katalogs hat Secureframe „engere Leitplanken“ für Vertriebsangebote geschaffen. So ist sichergestellt, dass bei jeder Preisiteration jedes Angebot an Interessenten stets die aktuellste und konforme Produktdefinition widerspiegelt.
Lassen Sie nicht zu, dass Ihre Datenbank Ihre Strategie bestimmt. Entkoppeln Sie Ihre Preisgestaltung vom Code und passen Sie sich flexibel an.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
1. Was ist der Unterschied zwischen SKU-Klonung und Versionierung?
Beim Klonen wird für eine Preisänderung ein komplett neuer Datenbankeintrag (SKU) erstellt, wodurch der Datenverlauf fragmentiert wird. Bei der Versionierung bleibt die gleiche SKU bestehen, es wird jedoch ein neuer „Preiseintrag“ hinzugefügt, der nur für einen bestimmten Zeitraum gültig ist.
2. Wie können Kunden per Bestandsschutz verwaltet werden, ohne neue SKUs anzulegen?
Sie nutzen „Wirksamkeitsdaten“, um den alten Preis für neue Bestellungen auslaufen zu lassen, während er für bestehende Abonnements aktiv bleibt. Über die Einstellungen zur „Produktverfügbarkeit“ stellen Sie sicher, dass Vertriebsmitarbeiter nur den aktuellen Marktpreis sehen können.
3. Was ist ein Deployment Manager in der SaaS-Preisgestaltung?
Ein Deployment Manager ist ein Governance-Tool, mit dem Sie Preisänderungen in einer Sandbox-Umgebung erstellen und testen und anschließend in die Produktion überführen können. So wird Nachvollziehbarkeit sichergestellt und Fehler werden vermieden.